Digitalisierung ? Einfach mal machen!

Katholische Jugend checkt Auswirkungen digitaler Lebenswelten auf die kirchliche Jugendarbeit

Aus diesem Grund beschäftigten sich die Delegierten des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) der Diözese Rottenburg-Stuttgart auf ihrer Frühjahrsversammlung am 16. März in Rot an der Rot in einem dreistündigen Studienteil mit dem Thema Digitalisierung. Ziel war, sich einen ersten Überblick über diejenigen Bereiche zu verschaffen, in welche digitale Arbeitsweisen in den vergangenen Jahren Einzug gehalten haben. In kleineren Arbeitsgruppen befassten sich die jungen Menschen aus den Dekanats- und Jugendverbänden des BDKJ konkret mit ethischen Fragen, dem E-Learning, der Arbeit 4.0 oder den Auswirkungen auf die kirchliche Jugendarbeit.

Mit letzterem Themenbereich wird sich der BDKJ in den nächsten Jahren intensiv beschäftigen. Die Diözesanversammlung richtete auf Antrag einiger am Thema Digitalisierung interessierten Ehrenamtlichen einen gleichnamigen Arbeitskreis ein. Dieser soll bis zum Herbst 2022 für die Zielgruppe Jugendliche, junge Erwachsene und MultiplikatorInnen der kirchlichen Jugendarbeit, die digitale Entwicklung bewerten und Konzepte und Positionen daraus erarbeiten. Inhaltlich wird sich der Arbeitskreis dabei auf die drei Dimensionen ethisch-politisch, pädagogisch-soziologisch und technisch-rechtlich konzentrieren. Wie wirkt sich künstliche Intelligenz aus? Wie ändern sich Bildungsprozesse? Und: Auf welchen Online-Plattformen arbeiten Ehrenamtliche mit Hauptberuflichen zusammen?

„Digitalisierung ist kein auf die Zukunft gerichteter Prozess; die digitale Transformation betrifft uns hier und heute. Wir wollen in der Lebenswelt junger Menschen präsent sein – gerade auch in der digitalen. Damit wir diesen Prozess für unsere Arbeitsbereiche ausgestalten können, muss zunächst mal eine gemeinsame technische Basis geschaffen werden, auf die aufgebaut werden kann“, meint Benjamin Wahl, Diözesanleiter BDKJ/BJA. Es gehe vor allem darum Lösungen zu finden, die kirchliche Jugendarbeit im Digitalzeitalter zu ermöglichen, statt sie mit datenschutzrechtlichen Knebeln zu verhindern. Ehrenamtliche JugendleiterInnen brauchen funktionale und einfache Systeme, die ihnen ihr ehrenamtliches Engagement erleichtert. Die ehrenamtlichen Delegierten der Versammlung ließen sich von diesen Argumenten derart überzeugen, dass sie den Arbeitskreis gleich aus ihren Reihen besetzen konnten. „Wir sehen die Dringlichkeit seiner Aufgaben und wollen jetzt einfach mal machen!“, äußert sich ein Delegierter aus dem Dekanat Rems-Murr begeistert.