„Wo?“ - Krippeninstallation

Futterkrippen auf offenem Gelände provozieren Fragen

Die Installation des Playing-Arts-Künstlers Sebastian Schmid trägt den Titel „Wo?“ und stellt diese Frage gleich mehrfach: Wo kommt Gott zur Welt? In welcher Stadt, in welchem Land in welchem Erdteil? Würde Jesus heute womöglich nicht in eine Krippe, sondern in eine Kiste gelegt werden? Die Futterkrippen wurden bewusst auf einer Wiese außerhalb der Stadt platziert, in Anlehnung an Jesu Geburtsort vor den Toren Bethlehems. Dass die Installation nur aus Kisten besteht und ohne die üblichen Figuren wie Maria, Josef und die Hirten auskommt, lässt den/die Betrachter*in auch fragen, wo hier eigentlich der Mensch und die Menschlichkeit zu finden ist. Und nicht zuletzt stellt auch die Leere der Kisten die Frage: Wo ist Sinn? Wo Fülle, wo Frieden? „Die entscheidende Frage dieser leeren Kisten, die auch ein Sinnbild für Armut, Ohnmacht, Sehnsucht oder Einsamkeit sein können, ist jedoch: Wo ist Gott bei alledem?“, erklärt Schmid sein Konzept, und ergänzt zugleich: „Ich will diese Frage nicht beantworten, sondern stellen!“

Die leeren Kisten werden in der Heiligen Nacht mit Licht ausgestrahlt, gewissermaßen mit Licht „gefüllt“. Damit wird zum einen die Frage nach dem Inhalt, dem Sinn der Kisten als Lichtgefäß beantwortet, zum andern wird deren Leere erst recht unterstrichen. Die einen mag das Licht trösten, für die andern verschärft es die Frage nach dem „Wo?“, da die Kisten doch leer bleiben.

Die Krippeninstallation lädt Menschen aus der näheren und weiteren Umgebung dazu ein, dort hinzugehen, wo Weihnachten stattfand: außerhalb der Stadt, unter freiem Himmel, an irgendeinem unbekannten Ort. Sie ist vom 20. bis 26. Dezember durchgehend vor dem Bischöflichen Jugendamt, Antoniusstraße 3 in Wernau zugänglich. Mit diesem spirituellen Angebot im Freien möchte das Bischöfliche Jugendamt insbesondere am Heilig Abend den zu erwartenden Zulauf zu den Weihnachtsgottesdiensten entlasten und mit weiteren Textimpulsen vor Ort zum stillen privaten Gebet und zum „Auf-sich-wirken-lassen“ einladen.

Festes Schuhwerk wird empfohlen. Auf die Einhaltung der Corona-Maßnahmen wird ausdrücklich hingewiesen.